Lebensrealitäten in Flüchtlingslagern —

Herausforderungen für die psycho-

therapeutische Behandlung

11.10.2021 | Wie sieht sie aus, die Lebensrealität in den Flüchtlingslagern an den Außengrenzen der Europäischen Union? Und welche Herausforderungen ergeben sich daraus für die psychotherapeutische Behandlung? Diesen Fragen widmete sich die Koordinierungsstelle für die interkulturelle Öffnung des Gesundheitssystems in Rheinland-Pfalz in Kooperation mit der Landespsycho- therapeutenkammer Rheinland-Pfalz in einer Online-Veranstaltung am 30. 9.2021 mit dem Titel „Lebensrealitäten in Flüchtlingslagern – Herausforderungen für die psychotherapeutische Behandlung“. Anhand zweier Fotoreportagen aus den Lagern Lipa (Bihac/Bosnien) und auf Lesbos (Griechenland) dokumentiert Alea Horst, Fotografin, Nothelferin und Menschen- rechtsaktivistin, die Lebensumstände der dort lebenden Geflüchteten. Die nach- haltig wirkenden Bilder verdeutlichen die extremen Situationen, denen sich vorwiegend alleinreisende Männer (Lipa) und Familien (Lesbos) stellen müssen. Eindrucksvolle Lebendigkeit erhält das gezeigte Bildmaterial durch die Kom- mentierung der Referentin. Frau Horst gibt Einblicke in die Lebensrealität der abgebildeten Menschen, zitiert aus Gesprächen und Interviews, die sie vor Ort geführt hat und gibt insbesondere den Kindern eine Stimme, aus deren Briefen sie vorliest. — In der anschließenden Fragerunde, zu der Frau Horst von Afghanistan aus zugeschaltet wurde, zeigten sich die Teilnehmer:innen beeindruckt und bewegt von den Fotografien. Was das für den therapeutischen Prozess bedeutet und wie Therapeut:innen damit umgehen können, ordnete Ulrich Bestle, Psychologischer Psychotherapeut und Mitglied des Vorstands der LPK RLP, im zweiten Teil der Veranstaltung fachlich fundiert für die Teilnehmenden ein. Er machte deutlich, dass die Menschen auf ihrer Flucht und in den Lagern dauerhaft multiplen Stressoren ausgesetzt sind und unter anderem durch das Erleben von Lebensgefahr und Todesangst meist mehr- fach traumatisiert werden. Besonders die Kinder und Jugendlichen trifft dies in vulnerablen Entwicklungsphasen. Herr Bestle gab einen Überblick über die verschiedenen psychischen Störungsbilder und neurologischen Folgen, die aus diesen Erfahrungen entstehen können und erläuterte die Herausforderungen für die psychotherapeutische Behandlung im Spannungsfeld von Traumatisierung, Sprachbarrieren, Akkulturationsstress und häufig unklarem Aufenthaltsstatus der Geflüchteten. Die Veranstaltung vermittelte den Teilnehmenden wichtiges Hintergrundwissen für die psychotherapeutische Behandlung von Geflüchteten und zeigte Zustände in den Lagern, die für die Betroffenen wohl nur schwer ohne professionelle psycho- therapeutische Unterstützung zu verarbeiten sind. Wir danken beiden Referent:innen für die Freigabe Ihrer Vorträge: Den Link zum Videovortrag von Frau Horst finden Sie … hier Die Präsentationsfolien zum Vortrag von Herrn Bestle finden Sie … hier

Lebensrealitäten in

Flüchtlingslagern —

Herausforderungen für die

psychotherapeutische

Behandlung

11.10.2021 | Wie sieht sie aus, die Lebens- realität in den Flüchtlingslagern an den Außengrenzen der Europäischen Union? Und welche Herausforderungen ergeben sich daraus für die psychotherapeutische Behandlung? Diesen Fragen widmete sich die Koordinierungsstelle für die interkulturelle Öffnung des Gesundheitssystems in Rheinland-Pfalz in Kooperation mit der Landespsychotherapeutenkammer Rheinland-Pfalz in einer Online-Veranstaltung am 30. 9.2021 mit dem Titel „Lebens- realitäten in Flüchtlingslagern – Heraus- forderungen für die psychotherapeutische Behandlung“. Anhand zweier Fotoreportagen aus den Lagern Lipa (Bihac/Bosnien) und auf Lesbos (Griechenland) dokumentiert Alea Horst, Fotografin, Nothelferin und Menschenrechts- aktivistin, die Lebensumstände der dort lebenden Geflüchteten. Die nachhaltig wirkenden Bilder verdeutlichen die extremen Situationen, denen sich vorwiegend allein- reisende Männer (Lipa) und Familien (Lesbos) stellen müssen. Eindrucksvolle Lebendigkeit erhält das gezeigte Bildmaterial durch die Kommentierung der Referentin. Frau Horst gibt Einblicke in die Lebensrealität der abgebildeten Menschen, zitiert aus Gesprächen und Interviews, die sie vor Ort geführt hat und gibt insbesondere den Kindern eine Stimme, aus deren Briefen sie vorliest. — In der anschließenden Frage- runde, zu der Frau Horst von Afghanistan aus zugeschaltet wurde, zeigten sich die Teil- nehmer:innen beeindruckt und bewegt von den Fotografien. Was das für den therapeutischen Prozess bedeutet und wie Therapeut:innen damit umgehen können, ordnete Ulrich Bestle, Psychologischer Psychotherapeut und Mitglied des Vorstands der LPK RLP, im zweiten Teil der Veranstaltung fachlich fundiert für die Teilnehmenden ein. Er machte deutlich, dass die Menschen auf ihrer Flucht und in den Lagern dauerhaft multiplen Stressoren ausgesetzt sind und unter anderem durch das Erleben von Lebens- gefahr und Todesangst meist mehrfach traumatisiert werden. Besonders die Kinder und Jugendlichen trifft dies in vulnerablen Entwicklungsphasen. Herr Bestle gab einen Überblick über die verschiedenen psychischen Störungsbilder und neuro- logischen Folgen, die aus diesen Erfahrungen entstehen können und erläuterte die Heraus- forderungen für die psychotherapeutische Behandlung im Spannungsfeld von Traumatisierung, Sprachbarrieren, Akkulturationsstress und häufig unklarem Aufenthaltsstatus der Geflüchteten. Die Veranstaltung vermittelte den Teil- nehmenden wichtiges Hintergrundwissen für die psychotherapeutische Behandlung von Geflüchteten und zeigte Zustände in den Lagern, die für die Betroffenen wohl nur schwer ohne professionelle psycho- therapeutische Unterstützung zu verarbeiten sind. Wir danken beiden Referent:innen für die Freigabe Ihrer Vorträge: Den Link zum Videovortrag von Frau Horst finden Sie … hier Die Präsentationsfolien zum Vortrag von Herrn Bestle finden Sie … hier